Physischer Stromgroßhandel vs. Netzbetrieb
Wettbewerbliche Konzepte für Regel- und Ausgleichsenergiemärkte
und für die Netzengpaßbewirtschaftung

Symposium 22. Oktober 2001
10.00 bis 17.30 Uhr, Mannheim



Hintergrund

Strom ist leitungsgebunden. Stromhandel ist mithin maßgeblich von Netzaspekten geprägt. Besondere Bedeutung kommt der Regel- bzw. Ausgleichsenergie zu. Der internationale Handel wird zudem durch das Engpaßmanagement (congestion management) grenzüberschreitender Kuppelleitungen beeinflußt.

Marktakteure wie auch Regulierer fordern wettbewerblich organisierte Regelenergiemärkte. Denn die durch Lastprognoseunsicherheiten und die Nichtspeicherbarkeit von Strom entstehenden Abweichungen von angemeldeten Einspeisungen und Entnahmen im Netz sind unvermeidbar und von den Marktakteuren zu verantworten. Bis zu einem gewissen Zeitpunkt lassen sich erkennbare Abweichungsmengen über Day-Ahead- sowie untertägige Spotmärkte ausgleichen. Für kurz vor dem Erfüllungszeitpunkt auftretende Abweichungen ist dies nicht mehr möglich. Sie werden vom Regelzonenbetreiber ausgeglichen, welcher eigens Regelleistung vorhält und diese bepreist. Wird Regelenergie nicht wettbewerblich und zu marktgerechten Preisen bereitgestellt, setzen sich gerade kleinere Stromhändler wirtschaftlichen Risiken aus.

Auch beim Management von Netzengpässen ist eine stärkere Marktorientierung erkennbar. Mit der Entwicklung des europäischen Stromhandels nimmt die Nutzung von Kuppelleitungen etwa nach Dänemark oder den Niederlanden zu. Übersteigt der Durchleitungsbedarf die installierte Leitungskapazität, kann der Systembetreiber z.B. ein market splitting durchführen, mit höheren Preisen auf der Nettoimportseite und mithin einem hedging-Bedarf. Ordnungspolitisch umstritten sind die Abschöpfung und Verwendung von Monopolrenten, die bei Engpässen entstehen. Daher finden wettbewerbliche Engpaßkonzepte einschließlich finanziellem Handel mit Kapazitätsrechten in Europa und USA zunehmend Beachtung.
 
 

Zielsetzung

Das Symposium möchte einen Beitrag zu folgenden Fragen leisten:

Das Symposium möchte eine Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis schlagen und wendet sich an Händler und Broker im Stromgroßhandel, Risiko- und Portfoliomanager, Regulierer sowie Netzbetreiber.
 
 

Tagungsleitung und Informationen

Prof. Dr. Michael Kraus
Fachhochschule Mannheim
Zweiter Vorsitzender der Gesellschaft für Energie-
wissenschaft und Energiepolitik e.V. (GEE)

Die Veranstaltung wurde von der Gesellschaft für Energiewissenschaft und Energiepolitik e.V. (GEE) durchgeführt.