Nationaler Emissionshandel und die Energiemärkte
Funktionsweise operativer Handelssysteme für Emissionsrechte in Deutschland und deren Wechselbeziehungen zum Energiegroßhandel

Symposium Montag, 14. Oktober 2002 Mannheim


Nach dem UN-Klimagipfel von Johannesburg kann der Handel mit Emissionsrechten bald Realität werden. Die Basis hierfür bildet das nun in Kraft tretende Kyoto-Protokoll. Doch während das Prinzip eines internationalen Handels allgemein als ökologisch und ökonomisch effizient anerkannt wird, gibt es noch intensive Diskussionen über die Einführung eines nationalen Emissionshandels, der sich auf Industrieunternehmen ausdehnt.
 

Das obligatorische EU-System für den Zertifikatehandel mit Emissionsrechten wird für Kraftwerksbetreiber und energieintensive Firmen gelten und soll schon in zwei Jahren in Kraft treten. Einzelne Länder haben bereits nationale Handelssysteme eingeführt, um einen Know-how-Vorsprung aufzubauen. Dänemark sammelt damit erste Erfahrungen, und seit April werden in Großbritannien CO2-Rechte gehandelt.
 
Dort haben sich Industrieunternehmen – ohne die Kraftwerksbetreiber, für die eigene Regelungen gelten – zur Einsparung von CO2 verpflichtet. Sie gehen dabei den wirtschaftlichsten Weg, um ihre Verpflichtungen zu erfüllen und erreichen ihre Quoten beispielsweise damit, dass sie von anderen Unternehmen Emissionsrechte ankaufen, statt selbst Emissionen zu reduzieren. Das Programm basiert folglich auf denselben Mechanismen, wie der im Kyoto-Protokoll vorgesehene zwischenstaatliche Handel.
 
 
Das Symposium stellte die Frage, welche Möglichkeiten eines Handelssystems sich für Deutschland anbieten und wie dieses sich auf die Großhandelsmärkte für Elektrizität und Gas auswirken könnte. Es gab auch einen echten "Knüller": Dr. Wiegelmann hat erstmals die nun gefaßte Meinung des BAFin zu CO2-Zertifikaten dargestellt: auch Spothandel ist genehmigungspflichtig! Es gab einen großen Aufschrei bei den Teilnehmern. Und die Politiker werden stöhnen.

 

Programm

10.00 Begrüßung und Einleitung
Dr. Michael Kraus, Tagungsleiter

 
10.15 Funktionsweise des Emissionshandels – Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum Energiehandel

Dr. Michael Kraus, Tagungsleiter
 

11.00 Kaffeepause

 
11.30 Aktueller Entwicklungsstand des Emissionshandels in Deutschland - Märkte, Preise, Produkte, Akteure

Barbara Wieler, Senior Managerin, Pricewaterhouse Coopers, Berlin
 

12.45 Mittagessen
 
14.00 Zertifikatehandel mit Emissionsrechten – eine erlaubnispflichtige Dienstleistung?

Dr. Rainer Wiegelmann, Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BAFin, Bonn
 

14.45 Hedging von Emissionsrisiken bei einem Energieversorgungsunternehmen

Dr. Stefan Ulreich, E.ON Sales & Trading, München
 

15.45  Kaffeepause
 

16.15  Strategisches und operatives Risikomanagement von Emissionszertifikaten

Dipl.-Ing. Jan Hummel, Competence Manager CO2-Emissionen, ECO2X Development GmbH, Mannheim
 

17.00 Diskussion mit den Referenten

 
 

Tagungsleitung und Informationen

Dr. rer. pol. Michael Kraus Vertretungsprofessur für Energiewirtschaft FH Darmstadt; Vorstand Gesellschaft für Energiewissenschaft und Energiepolitik e.V.
kraus@fbw.fh-darmstadt.de


 

Veranstaltet wird das Symposium von der Gesellschaft für Energiewissenschaft und Energiepolitik GEE e.V.